Tobias Mahlberg Airbus Cockpit Reisen

10 Dinge, die Reisen in einem Menschen verändert

Inzwischen bin ich gern und oft auf Reisen, sei es ein langes Wochenende in unseren Nachbarländern oder ein paar Wochen mit dem Rucksack durch Gegenden, von denen man sonst eher mal was im Fernsehen sieht, statt es als Reiseziel auf dem Schirm zu haben.

Vom Reisen kommt stehts ein anderer Mensch zurück

Mir hat mal jemand gesagt, dass vom Reisen nie der selbe Mensch zurück kommt. Das stimmt, einige Dinge ändern sich mit der Zeit tatsächlich. Diese Änderungen sind gar nicht mal schleichend und schon gar nicht geplant und irgendwie merkt man sie erst, wenn man sich mal ein paar Gedanken darüber macht. Hier findet ihr meine Gedanken dazu.

1. Man lernt überall zu schlafen

Wer schon mal 16 Stunden an einem Stück im Flieger saß, dem ist alles egal. Ich weiß noch, dass ich als Jugendlicher nicht in den Schlaf kam, wenn auch nur etwas Licht ins Zimmer kam. Heute schlafe ich in jeder Lage, sei es im Flieger, im Bus, im Zelt oder in einem vollen Hostel-Zimmer unter Fremden. Für mich ist dieser Wandel tatsächlich eine der schönsten Begleiterscheinungen des Reisens.

ADAC Postbus bei Nacht

2. Man verliert seine Massentauglichkeit

In Sachen Reise lasse ich mich nicht mehr von Touristenzielen locken. Selbst in Städten wie London oder Paris habe ich mir die „Geheimtipps“ und Gässchen abseits der Massenströme gesucht. Um eine überlaufene Bar an einer Hauptstraße mache ich einen Bogen und gehe lieber dahin, wo man aufgeschlossene Menschen findet, mit denen man ein paar Worte wechseln kann. Ein paar Jahre zuvor fühle ich mich noch im Pauschalurlaub an Pool oder Hotelbar wohl. Je mehr man von der Welt sieht, desto mehr weitet sich auch der Fokus der Erwartungen, was man auf Reisen sehen und erleben will.

3. When in Rome (do as the Romans do)

Den Satz habe ich erst beim Reisen kennengelernt und habe bisher keine sinnige deutsche Übersetzung gefunden. Die Redewendung sagt aus, wenn du in einem Land bist, tue das, was man dort tut. Da steckt schon viel hinter und ich werde wohl nie einen Touristen verstehen, der auf seiner Reise zu einer der großen Fastfood-Ketten geht, um seinen Burger zu schmatzen, der in jedem Land der Welt gleich schmecken soll. Wenn ich im Ausland bin, dann will ich essen, was dort auf den Tisch kommt und regionale Spezialitäten kosten. Schon mal einen Barramundi gegessen?

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4. Reisen stärkt das Vertrauen

Mit Fremden in einem Hostel übernachten, einfach nur im Schlafsack unter freiem Himmel liegen, durch Goldminen laufen, in denen einen Schlangen erwarten, merkwürdige Verkehrsmittel betreten, auch mal hinter die Fassaden schauen. Es ist wie ein Puzzle. Jedes Mal, wenn ich alte Vorurteile überwinde, finde ich ein neues Stück für das große Ganze. Ich erlebe Dinge, die ich sonst nie erlebt hätte und lerne Menschen kennen, die ich sonst nie im Leben angesprochen hätte. Das ist für mich Freiheit und die Definition von Glück.

Base Backpacker Sydney - Bett

5. Reisen wird bewusster

Natürlich habt ihr es hier im Blog schon bemerkt … reisen heißt für mich auch Bilder knipsen. Was daran bewusst ist? Ich achte vorab viel mehr auf Dinge, die schön, romantisch, spannend oder einfach nur voller Emotionen sind. Immer wieder stelle ich fest, dass ich Dinge entdecke, an denen ich früher vorbeigelaufen wäre.

Galerie: Kim und Tobias in Australien

6. Die Begeisterung fürs Fernsehen ist weg

Als Kind liebte ich den Fernseher. Seit ich meine Leidenschaft für das Reisen entdeckt habe, hat meine Lust auf das Fernsehen allerdings rapide abgenommen. Es liegt gar nicht mal unbedingt an dem Programm, sondern viel mehr daran, dass ich mich an feste Zeiten richten muss. Wer ist denn bitte um 20.15h schon fertig mit dem Tag?

7. Im Leben geht es um Momente statt um Dinge

Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo es mir wichtig war, was auf meinen Anziehsachen stand. Beim Reisen lernte ich mich zu freuen, irgendwo eine Waschmaschine zu finden, um saubere Klamotten zu haben. Irgendwann ist man froh noch ein paar frische Socken zu finden. So zieht es sich durch viele Bereiche. Heute stehen sehr selten Dinge wie Diesel, Levis und Nike auf meinen Sachen und irgendwie stellte ich fest: das beste im Leben ist umsonst.

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8. Man wird minimalistisch und einfallsreich

Irgendwie bleibt einem nur zwischen Wiedersehen und Abschied, was in den Koffer oder Rucksack passt. So wird man schnell einfallsreich, wenn es darum geht eine Flasche Wein ohne Korkenzieher zu öffnen oder Kleidungsstücke zu kaufen, die für viele Zwecke zum Einsatz kommen können.

9. Reisende finden eigentümliche Vorlieben

Ich sitze gern im Zug, hasse den Beifahrersitz und liebe Brücken. Für mich kann eine Unterkunft nicht verrückt genug sein. Ich esse alles und ich bin am liebsten im Herbst unterwegs, weil dann die Farben so kräftig sind. Ich mag es, meine nackten Füße in nassen Sand zu stecken und ich probiere gerne verrückte Sachen aus. All das habe ich unterwegs entdeckt … das ist das tolle am Reisen, ich kann mich ausprobieren.

10. Man hat IMMER Fernweh

Es ist tatsächlich das Internet schuld. Wann immer ich jemanden auf Reisen treffe, verbinde ich mich über Instagram. Sobald ich diese App öffne, springen mir Bilder rund um den Globus entgegen. Ständig finde ich ein neues Reiseziel oder inspiriert mich ein neuer Reisebericht. Vielleicht wird es mir irgendwann mal reichen, mich an den Bildern zu erfreuen … noch steckt aber die Reiselust in mir.

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Kurzum, in den letzten Jahren habe ich viele besondere Menschen kennengelernt. Stundenlang lässt sich übers Reisen reden, ellenlang sind die Korrespondenzen mit neuen Ideen. Es sind aber nicht nur neue Freunde dazugekommen, auch bestehende Freundschaften haben sich verändert. Immer wieder fangen Gespräche mit Reiseberichten an. Mit jedem Ort und jedem Tag entfernt man sich ein Stück und findet zu sich.

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