Australien: Sydney Opera House

Sydney – die heimliche Hauptstadt Australiens

Knapp 24 Stunden in Fliegern gesessen, kaum in der südlichen Hemisphäre angekommen, schon warten nicht nur die Highlights der Stadt auf mich, sondern auch Eindrücke eines neuen Kontinents, ein Umschwung von Winter auf Sommer und natürlich jede Menge fremde Tiere, die fast alle giftig sind und es bestimmt auf mich abgesehen haben.

Die Fakten zu Sydney

Mit 4,6 Millionen Einwohnern ist Sydney die größte Stadt Australiens. Sie ist Industrie-, Handels-, Finanzzentrum und ein touristischer Anziehungspunkt. Weitere Informationen: http://wikitravel.org/de/Sydney

Fast jeder Urlaub beginnt am Flughafen

Gut vorbereitet gelandet, den frisch ausgestellten Reisepass in der Hand und die Kopie des Visums griffbereit in der Tasche, betrete ich down under. Der erste Eindruck: hier ist ja alles wie überall. Keine Aga-Kröten, die durch jede Dokumentation hüpften, nicht mal eine lausige Spinne lauert mir auf, obwohl mich alle davor warnten. Soll es das schon gewesen sein? Vermutlich wird mir nicht mal eins der Millionen Kängurus in den nächsten Wochen über den Weg hüpfen. Egal, nun muss ich mich um Einreise und Gepäck kümmern, direkt im Anschluss kann ich mich wieder an Brehms Tierleben machen.

Die Einreise ist wenig spektakulär. Ich muss ein Briefumschlag großes Formular ausfüllen, auf dem ich meine guten Absichten bestätige und mir überlegen soll, ob ich sicher bin ohne Ebola einzureisen. Beides ist schnell überlegt und ich stehe am Schalter zur Einreise. Der Einreiseinspektor erledigt seinen Job, indem er den Reisepass vor meinen Kopf hält, mich scheinbar auf dem Pass erkennt, einen Stempel lieblos hereinstempelt und mich mit kurzer Handgeste passieren lässt. Nicht mal mein einstudiertes „G’day, how are you?“ hatte ihn begeistert oder gar motiviert etwas zu sagen. Andererseits würde ich auch nicht mit ihm tauschen wollen und die Schlange hinter mir ist lang.

Nun geht es mit seinem Stempel und meinem Gepäck zur Zollkontrolle. Hier wartet ein Labyrinth aus 8 Gängen, in welches die Beamten einen nach kurzer Kontrolle einsortieren. Ich bekomme die acht. Nicht unbedingt meine Glückszahl, trotzdem wartet am Ende des Gangs die Freiheit und somit leider auch das Ende des klimatisierten Flughafens auf mich. Nun geht es mit dem Shuttle in die Stadt.

Sehenswürdigkeiten in Sydney

Allgemein gibt es nur wenige Sehenswürdigkeiten, wie auch in allen anderen Städten Australiens. Bekannt ist die Stadt vor allem durch das Sydney Opera House und die davorliegende Sydney Harbour Bridge. Daneben gibt es unzählige schöne Ecken zu entdecken, fern ab der bekannten touristischen Ziele.

Sydney Opera House

Das Opernhaus ist sicherlich das von Menschenhand geschaffene Wahrzeichen Australiens. Der umstrittene Bau dauerte über eine Dekade, genau so lange dauerte auch die Anerkennung durch die Australier. Umso ungebrochener ist heute die Begeisterung über den segelschiffgleichen Bau, der auch noch heute befremdlich schön wirkt und man sich schnell fragt, wie ein solches Gebäude erdacht und erbaut werden konnte.

Das Opernhaus ist von der Stadt aus ein wenig versteckt und so habe ich es erst am zweiten Tag sehen können. Es empfiehlt sich bereits von zu Hause eine Führung zu buchen, um das Wahrzeichen komplett erleben zu können. Einerseits ist die frühere Buchung günstiger, andererseits kann man so sicher sein, dass man eine der begehrten Karten erhält.

Merkwürdiger Fakt des Opernhauses: Ist das Dach der Oper weiß? Ja, nein… Es sind einzelne Kacheln in verschiedenen Farbtönen. Aus Fernsehen und Co. kannte ich es gar nicht. Genau so ging es mir, als ich damals feststellte, dass Jacques Brel keine schwarzen Anzüge (wie in den s/w TV-Übertragungen zu sehen) trug, sondern dunkelblaue.

Sydney Harbour Bridge

Die bekannte Bogenbrücke über den Hafen von Sydney bietet gerade in den Abendstunden ein imposantes Bild, welches vom Ufer der Oper gut zu betrachten ist. Zudem gibt es die Möglichkeit die Brücke zu besteigen, also nicht über die normale Fahrbahn, sondern über die Bügel geht es hoch bis zum höchsten Punkt der Brücke. Dies hatte ich leider als „albernes Tourizeugs“ abgetan. Als ich später Bilder von oben sah, musste ich meine Ansicht korrigieren – ein Muss, für das keine Klettererfahrung erforderlich ist.

Merkwürdiger Fakt der Brücke: der komplette Anstrich dauert 10 Jahre – sind die Arbeiter am Ende der Bücke angelangt, so beginnen sie vorne.

Bondi Beach

Wenige Minuten neben der Großstadt liegt der kleine Strandabschnitt. Selbst bei den widrigsten Wettern finden sich hier Surfer im Wasser und Touristen am Strand. Besonders toll ist von hier die atemberaubende Küstenwanderung von Bondi nach Coogee, vorbei an einem Friedhof direkt an der Küste.

Merkwürdiger Fakt von Bondi: Dieser Strand hat kostenloses WiFi und Trinkwasser.

Strafkolonie „The Rocks“

Im Stadtteil „the Rocks“, der ersten europäischen Kolonie auf dem Kontinent wartet ein Stück Geschichte einer noch sehr jungen Stadt. Wer wirklich etwas über die Stadtgeschichte Sydneys erfahren möchte, ist hier mit einer Führung gut beraten.

Hop-on Hop-off Stadtrundfahrt

Wie in jeder Großstadt warten auch hier die roten Busse auf die Touristen. Ein Fan davon bin ich nicht, da für Sydney allerdings nur zwei Tage blieben, habe ich diese Hilfe in Anspruch genommen. Der Unterhaltungscharakter ist ok, da die Stadt eben erst eine junge Geschichte hat, gibt es eben nicht so viel zu erzählen. Dafür werden über zwei Routen alle wichtigen Punkte angesteuert und sind rasch zu erreichen.

Vorsicht: meine Fahrt endete sehr abrupt, da es etwas Stau gab, wollte der Fahrer Feierabend machen und nicht mehr bis zu der vorher genannten Endhaltestelle fahren. Somit endete die Tour kurz vor dem Apple Store und nur wenige Blocks vom Hostel entfernt. Auf die Uhr gucken kann hierbei weite Fußwege ersparen.

Galerie der Sehenswürdigkeiten

Und sonst so?

Sydney ist voll von freundlichen Menschen, die es ernst meinen. Egal wann man einen Stadtplan in der Hand hält, es dauert nicht lange, bis man gefragt wird, ob man Hilfe benötigt. Aber ein Weg wird nicht nur gern erklärt, mir ist es auch passiert, dass ein Fremder darauf bestand, ein Stück mit mir zu gehen, damit ich es besser finde. In Deutschland kann man sich freuen, wenn man nach dem Weg fragt, dass einem überhaupt die richtige Himmelsrichtung gezeigt wird. Gleiches gilt auch für Bilder. Kaum steht man mit seiner Kamera an einem Hotspot, schon wird man angesprochen, ob jemand ein Bild machen könne.

Einkaufen

Egal in welche Richtung man schaut, es gibt gute Möglichkeiten zum Einkaufen. Ob nun großer Woolworths Supermarkt, 24h-Express-Markt oder spezialisierter Einzelhändler, hier findet sich alles und alles ist einfach nur teuer. Eine Flasche stilles Wasser kostet gerne 3$ (2 €) im Supermarkt, im 24h-Markt sind wir eher bei 5$. Dafür ist es hier üblich jeden Einkauf mit Karte zu bezahlen – ja, auch die einzelne Flasche Wasser.

Ausgehen

Es gibt viele Bars, allerdings ist nach 23h kaum noch jemand auf der Straße (unter der Woche). Ein normales Bier ist mit 7$ (5 €) teuer, dafür gibt es ein Glas Wein bereits ab 5$ (3,50 €), wo die Deutschen Preise nicht mithalten können. An der Oper muss man 8,50$ für ein Bier einplanen, was allerdings an einem Touristen-Hotspot ok ist.

Merkwürdiger Fakt: Burger King heißt in Australien Hungry Jack’s, da der Name Burger King bereits in Australien geschützt war. Übrigens gibt es in Restaurants, Fastfood-Läden und Geschäften oft kostenloses WiFi.

Was es sonst noch zu sehen gibt

Neben den bekannten Klassikern gibt es in Sydney auch eine Menge Zoos und sonstige Unterhaltungsmöglichkeiten, ganz gleich ob IMAXX oder Planet Hollywood, hier findet jeder etwas.

Madame Tussauds Sydney

Bei der Madame warten wenig internationale Bekanntheiten auf die Besucher. Ich habe es schwer überhaupt zu erkennen, ob es ein Star ist oder ein Besucher, der gerade eine Pause macht. Es ist nett, für ein paar Bilder ist es ok, aber über allem schwingt die Erkenntnis, Australier brachten es scheinbar international nicht weit.

SEA LIFE Sydney Aquarium

Es ist ein klassisches Sea Life mit den ansässigen Tieren. Nicht zu groß, aber mit einer interessanten Mischung. Viel mehr gibt es nicht zu sagen, ein großes Aquarium, in dem man sich oft wundert, dass Tiere mit so wenig Platz zurechtkommen.

WILD LIFE Sydney Zoo

Dieser Zoo ist echt cool. Gleich zu Beginn fliegen einem Schmetterlinge auf den Finger und überall gibt es etwas zu entdecken. Scheinbar liegen mir Tiere besser, die auf der Erde leben und nicht im Wasser. Man kann Bilder mit einem Koala im Hintergrund für 20$ (14 €) machen lassen. Das ist wieder ein typisches Touri-Ding. Ein Tier sitzt traurig am Ende eines Baumstammes und Menschen bezahlen dafür ein Bild mit dessen Hinterteil machen zu dürfen. Dafür gibt es eine nette Show mit Tieren – auch hier darf man im Anschluss Bilder mit den Tieren gegen Honorar machen. Diese Tiere verdienen wohl besser, als so mancher Angestellte hier im Zoo. Dieser Zoo ist einen Besuch absolut wert.

Hostel – Base Backpacker

10 Betten im Zimmer sorgen im ersten Moment nicht für die beste Laune, auch gibt es im Zimmer kein Waschbecken. Toilette und Dusche sind ein paar Räume entfernt. Dafür hat das Zimmer eine Klimaanlage und unter jedem Bett ist ein verschließbarer Spint. Das Hostel wirkt sauber und die Zimmer sind über Zutrittskarten gesichert. WiFi kann für 4$ (2,80 €) pro Tag gebucht werden. Es ist kein Luxus, doch für 30$ (21 €) pro Nacht mehr als ok. Auf Dauer halte ich es hier nicht aus, aber es motiviert viel unterwegs zu sein.

Fazit – das ist Sydney

Coole Stadt. Vorher sagten viele „dort leben die nettesten Menschen“ und das muss man erlebt haben, damit man es versteht. Es ist ein Kulturschock für die deutsche Freundlichkeit. Moderne und ältere Bauten bestimmen das Stadtbild, wobei diese älteren Gebäude nicht über 200 Jahre alt sind. Die Stadt hat viele Berge und an jeder Ecke die gleichen Fastfood- und Supermarkt-Ketten, so dass man sich gern verlaufen kann.

Ist Sydney eine Reise wert? Definitiv! Reichen zwei Tage für Sydney? Definitiv nicht! Nimm dir Zeit für diese Stadt und fang‘ die Eindrücke auf. Für einen Start durch das Land ist es der perfekte Ausgangspunkt.

 

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